Verpasst Ihr Unternehmen wertvolle Chancen in Additiver Fertigung?

Viele Unternehmen beschäftigen sich mit Additiver Fertigung erst dann, wenn ein Produkt bereits weitgehend entwickelt ist.
Funktion, Geometrie und Material sind definiert, das Fertigungskonzept steht - und Additive Fertigung wird als mögliche Alternative für die Herstellung eines bestehenden Bauteils betrachtet.
Doch genau dann kann es für einige der interessantesten Chancen bereits zu spät sein.
Denn das Potenzial Additiver Fertigung liegt nicht nur darin, ein bestehendes Bauteil anders herzustellen. Es kann auch darin liegen, Produkte, Funktionen und Fertigungskonzepte von Anfang an anders zu denken.
Die entscheidende Frage lautet deshalb:
„Was würden wir anders entwickeln, wenn wir die Möglichkeiten Additiver Fertigung von Anfang an berücksichtigen?“
Vielleicht könnten mehrere Einzelteile zu einer Funktionseinheit zusammengeführt werden. Vielleicht liesse sich ein Werkzeug vermeiden, die Performance eines Produkts verbessern oder eine andere Ersatzteilstrategie realisieren.
Nicht jede dieser Möglichkeiten führt zu einer sinnvollen Anwendung.
Aber sie kann nur untersucht werden, solange die relevanten Entscheidungen noch offen sind.
Eine Chance für Additive Fertigung sieht nicht immer danach aus
Eine potenzielle Anwendung präsentiert sich im Unternehmen selten mit dem Etikett „geeignet für Additive Fertigung“.
Sie zeigt sich zunächst vielleicht als etwas ganz anderes:
Ein Werkzeug verursacht hohe Kosten und lange Lieferzeiten.
Ein Produkt besteht aus vielen Einzelteilen.
Eine Komponente ist schwer und ihre Performance könnte verbessert werden.
Ein Ersatzteil wird selten benötigt, muss aber jahrelang verfügbar bleiben.
Eine Produktvariante wäre technisch interessant, ist in kleinen Stückzahlen aber nicht wirtschaftlich.
Die Chance für Additive Fertigung ist in diesen Fällen nicht das Bauteil. Sie steckt im Problem dahinter.
Und genau deshalb reicht es nicht, eine Liste vorhandener Bauteile durchzugehen und zu prüfen, welche davon gedruckt werden könnten.
Man kann nur erkennen, wonach man zu suchen gelernt hat
Hier liegt eine der zentralen Herausforderungen bei der Einführung industrieller Additiver Fertigung.
Ein Unternehmen kann Zugang zu moderner 3D Druck Technologie haben, mit erfahrenen Dienstleistern zusammenarbeiten und sogar einen eigenen 3D Drucker besitzen und trotzdem wirtschaftlich interessante Anwendungen übersehen.
Denn Zugang zur Technologie schafft noch nicht automatisch die Fähigkeit, Chancen für Additive Fertigung zu erkennen.
Dafür braucht es unterschiedliche Perspektiven.
Das Management muss verstehen, wo Additive Fertigung die wirtschaftliche Logik eines Produkts, Prozesses oder einer Supply Chain verändern kann.
Die Entwicklung muss verstehen, wie Additive Fertigung neue konstruktive Möglichkeiten eröffnet und welche Konsequenzen dies für die Produktentwicklung hat.
Und dieses Wissen muss vorhanden sein, solange relevante Entscheidungen noch beeinflusst werden können.
Ein Spezialist für Additive Fertigung, der erst hinzugezogen wird, wenn die Konstruktion abgeschlossen ist, kann über hervorragendes Fachwissen verfügen. Doch möglicherweise kann auch er eine Chance nicht mehr zurückholen, die Monate zuvor aus dem Produkt herauskonstruiert wurde.
Das eigentliche Problem beginnt vor dem Projekt
Wenn über die Schwierigkeiten bei industrieller Additiver Fertigung gesprochen wird, stehen häufig gescheiterte Projekte im Mittelpunkt:
Der Business Case funktioniert nicht. Das falsche Bauteil wurde ausgewählt. Die Kosten sind höher als erwartet. Die Anwendung lässt sich nicht wie geplant industrialisieren.
Das sind reale Herausforderungen. Sie setzen jedoch voraus, dass überhaupt eine Anwendung identifiziert und ein Projekt gestartet wurde.
Was ist mit den Anwendungen, die nie entdeckt werden?
Wenn im Management niemand erkennt, dass Additive Fertigung einen relevanten Business Case ermöglichen könnte, wird keine Untersuchung gestartet.
Wenn in der Entwicklung niemand weiss, wie Additive Fertigung die Konstruktion verändern könnte, entsteht möglicherweise nie ein entsprechendes Produktkonzept.
Wird Additive Fertigung erst nach den wesentlichen Entwicklungsentscheidungen betrachtet, ist eine wertvolle Chance möglicherweise bereits verloren.
Die Folge ist dann nicht zwingend ein gescheitertes Projekt.
Es entsteht möglicherweise überhaupt kein Projekt für Additive Fertigung.
Deshalb beginnt Industrielle Additive Fertigung nicht mit einer Maschine
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine andere Ausgangsfrage.
Nicht zuerst: „Welche Anlage sollten wir kaufen?“
Auch nicht: „Welche unserer Bauteile können wir drucken?“
Sondern: „Verstehen wir industrielle Additive Fertigung gut genug, um zu erkennen, wo es für unser Unternehmen einen relevanten Mehrwert schaffen könnte?“
Das bedeutet nicht, dass jede erkannte Möglichkeit anschliessend mit Additiver Fertigung umgesetzt werden sollte.
Eine fundierte Kompetenz für Additive Fertigung muss auch zu dem Ergebnis führen können, dass ein konventionelles Fertigungsverfahren für eine bestimmte Anwendung die bessere Lösung ist.
Das Ziel ist nicht, möglichst viele Anwendungen für Additive Fertigung zu finden.
Das Ziel ist, relevante Chancen nicht deshalb zu verpassen, weil im entscheidenden Moment das Wissen fehlte, sie überhaupt zu erkennen.
Industrielle Additive Fertigung beginnt mit den richtigen Kompetenzen
Wer Chancen für Additive Fertigung frühzeitig erkennen und fundiert bewerten möchte, braucht mehr als Zugang zu 3D Druck Technologie.
form3D unterstützt Unternehmen dabei, die notwendigen Kompetenzen für industrielle Additive Fertigung aufzubauen, von einem fundierten Verständnis der Möglichkeiten und Grenzen bis zur anwendungsbezogenen Vertiefung.
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